Domvikar Ulrich Liehr stellt sich vor

Liebe Schwestern und Brüder in den beiden Pfarreien des Pastoralen Raumes Lippetal!
Zum 1. September 2018 hat mich unser Herr Erzbischof Hans-Josef Becker zum neuen Pfarrer der Pfarrei Jesus Christus in Lippetal ernannt. Ich freue mich schon sehr auf meinen Dienst bei Ihnen. Mit diesen Zeilen möchte ich einen ersten Gruß an Sie richten und mich Ihnen kurz vorstellen.

 

Als einziges Kind meiner Eltern bin ich im Januar 1981 in Castrop-Rauxel geboren worden. In meiner Familie gehört der gelebte Glaube ganz einfach zum Alltag dazu. Schon relativ früh war deshalb der Priesterberuf zumindest eine Option für mich. Aus diesem Grund habe ich mich nach dem Abitur im Jahr 2000 dazu entschlossen, das Theologiestudium in Paderborn aufzunehmen. Im Jahr 2002/2003 verbrachte ich zwei Semester in Wien. Während dieser Zeit lernte ich Pastor Jochen Kosmann kennen; seitdem sind wir freundschaftlich verbunden.
Mein Diakonatspraktikum verbrachte ich im Pastoralverbund Attendorn, und nachdem ich am 26. Mai 2007 in Paderborn zum Priester geweiht wurde, durfte ich in Siegen in der dortigen Pfarrei St. Peter und Paul und im Pastoralverbund Siegen-Süd meine ersten Schritte als Priester gehen. Große Freude hatte ich dort an der Jugendarbeit, sodass die Ernennung zum Dekanatsjugend- seelsorger für das Dekanat Siegen dazukam.
Völlig überraschend kam für mich nach zwei schönen Jahren in Siegen eine Anfrage aus Paderborn, ob ich bereit sei, einen Schritt über die Alpen zu machen: Paul Josef Kardinal Cordes, aus unserem Erzbistum stammend unddamals Präsident des Päpstlichen Rates Cor unum (in etwa die „Caritas“ des Papstes), habe um einen priesterlichen Mitarbeiter angefragt.
Ich habe damals zugesagt und durfte dann von 2009 bis 2011 in der Ewigen Stadt meinen Dienst tun. Rom mit seiner Quirligkeit und der italienischen Lebensart, aber auch die Arbeit im Vatikan mit dem Blick auf die katholische Weltkirche haben mich sehr geprägt. Noch heute ist es nicht schwer, mich mit Pasta, dolce vita und Co. ins Schwärmen zu bringen…
Nichtsdestotrotz habe ich gern eingewilligt, als mich unser Erzbischof darum bat, als sein Kaplan und Geheimsekretär nach Paderborn zurückzukommen. „Geheimsekretär“: Diesen traditionellen Titel, der schon öfters stirnrunzelnde Nachfragen und auch ein Schmunzeln hervorgerufen hat, will ich gern etwas näher erklären: In der freien Wirtschaft würde meine Aufgabe wohl mit der eines „persönlichen Referenten“ bezeichnet werden, also jener Person, die dem „Chef“ unmittelbar zugeordnet ist, mit der er Vertrauliches besprechen kann und die ihm in vielen Dingen zuarbeitet. Ein Geheimsekretär geht also nicht mit Trenchcoat, Schlapphut und falschem Bart auf die Straße, legt keine Akten über andere an und ist auch kein Geheimagent wie James Bond – 007. In dem Begriff steckt das Wörtchen „heim“, das darauf hinweist, dass es hier um eine persönliche Beziehung, um das gleiche Heim oder das gleiche Haus geht.


Die Aufgabe bringt es mit sich, unser Erzbistum in seiner ganzen Vielfalt kennenzulernen und auch, durch die Begleitung des Herrn Erzbischofs bei Reisen, einen weiteren Blick in die Weltkirche tun zu können. Besonders lieb war mir in dieser Zeit die gelebte Verbindung zu unserem Schwesterbistum Le Mans in Frankreich, der Heimat des heiligen Liborius, das ich oft besuchen und auf diese Weise erleben durfte, wie lebendig der seit dem Jahr 836 dauernde „Liebesbund ewiger Bruderschaft“ zwischen den Kirchen von Le Mans und Paderborn auch heute noch ist. In all den Jahren in besonderen Aufgaben ist jedoch immer mein Wunsch lebendig geblieben, weswegen ich Priester geworden bin: „ganz normal“ Pastor sein zu dürfen. Dieser Wunsch ist jetzt für mich mit der Ernennung zum Pfarrer von Jesus Christus in Lippetal in Erfüllung gegangen. Besonders freue ich mich auf die besondere Situation der lebendigen Kooperation über Bistumsgrenzen hinweg. Vieles Neue wird es für mich zu entdecken geben. Deshalb bitte ich Sie um aufrichtige Offenheit mir gegenüber, und um das begleitende Gebet für einen „Neuling“ als Pastor, der gern zu lernen bereit ist. Schon jetzt danke ich für den großen Vorschuss an Vertrauen, der mir entgegengebracht wird, und für die vielfältige Hilfe, besonders durch Pastor Dr. Gerd Best, Pastor Jochen Kosmann, die übrigen Mitglieder des Pastoralteams und die verschiedenen Gremien. Es ist mein Anliegen, gemeinsam in der Vielfalt unseren Weg in die Zukunft zu gehen – getragen im Vertrauen darauf, dass der Herr uns begleitet. Dass Sie mich auf Ihrem Weg mitgehen lassen, darum bitte ich Sie herzlich und grüße Sie im Gebet verbunden bis zum persönlichen Kennenlernen in Lippetal!

 

Ihr Domvikar Ulrich Liehr