Ein persönliches Wort von Pastor Gerhard Best

Liebe Schwestern und Brüder in unserem Pastoralen Raum Lippetal mit den Pfarreien St. Ida in Herzfeld und Lippborg und Jesus Christus Lippetal!
Halb scherzhaft und halb ernst haben wir in unserem Lippetaler Pastoralteam in der Vergangenheit immer wieder formuliert (bzw. vielleicht auch formulieren müssen), dass bei uns nichts sicherer ist als Veränderungen. Jetzt trage ich selbst hierzu bei.


Am vergangenen Sonntag, 14. Januar 2018, hat Herr Erzbischof Hans-Josef Becker ja im Rahmen der Feierlichkeiten zum 800jährigen Jubiläum der Wallfahrtsstadt Werl dort meine Ernennung zum zukünftigen Leiter der Marienwallfahrt in Werl bekannt geben.

Am Festtag Mariä Geburt, dem 8. September 2019, werden die Franziskaner nach dann 170jähriger segensreicher Tätigkeit den Gnadenort verlassen, so dass von diesem Termin an die Wallfahrtsseelsorge in der Verantwortung des Erzbistums Paderborn liegen wird. Über diese Ernennung durch den Herrn Erzbischof freue ich mich außerordentlich und danke ihm dafür ausdrücklich und von ganzem Herzen! Ich verstehe sie als ein Zeichen besonderen Vertrauens und großer Wertschätzung. Verständlicherweise habe ich ziemlichen "Respekt" vor der vor mir liegenden Aufgabe. Aber mit Gottes Hilfe und auf die Fürsprache Mariens sowie durch die Unterstützung vieler lieber und vor allem sehr engagierter Menschen, die auch schon in der Vergangenheit in unterschiedlichsten Aufgaben und Verantwortungen in Wallfahrt und Kloster in Werl tätig waren, wird es dem zukünftig dort durch das Erzbistum Paderborn eingesetzten Seelsorgeteam unter meiner Leitung wohl gelingen! Außerdem kann ich sicherlich ein wenig von den Erfahrungen profitieren, die ich anlässlich der Mitarbeit in der Vorbereitung und Feier des großen 350jährigen Marienwallfahrtsjubiläum 2011 machen durfte.
Als ich im November 2013 meinen Dienst in Lippetal begann, glaubte ich, dort auch später in Pension gehen zu können - wie ich dies auch zuvor schon im
September 1999 am Möhnesee dachte. Beide Male habe ich geirrt. Infolge des tragischen Unfalltodes meines Vorgängers, Pfarrer Horst Klabes, am Mittwoch, 23. Januar 2013, in Ghana wurde ich unerwartet sein Nachfolger. Nach einem schweren ersten Jahr, in dem ich zunächst in überaus einfachen Verhältnissen in Hovestadt gewohnt habe, wurden mir bald die hiesigen kirchlichen Gemeinden beiderseits der Lippe und vor allem die dort lebenden und
glaubenden Menschen vertrauter. Sehr erleichtert wurde mir dieses Einleben durch die Mitglieder der damals noch zwei Pastoralteams im Rahmen der schon bestehenden Kooperation zwischen beiden Pfarreien, durch die Damen und Herren der interessierten und aktiven Gemeindegremien und außerdem nicht zuletzt auch durch das Ensemble der Lippetaler Passionsspiele. Inzwischen kann ich nun hier bereits auf eine über vierjährige seelsorgliche Tätigkeit
zurückblicken.
In dieser Zeit wurde Manches erreicht, wofür ich sehr dankbar bin. Hier sei sehr bewusst und an erster Stelle die weitere Festigung der Kooperation zwischen der Pfarrei St. Ida in Herzfeld und Lippborg (Bistum Münster) und der Pfarrei Jesus Christus Lippetal (Erzbistum Paderborn) im Pastoralen Raum Lippetal genannt, um die wir von manchen in beiden Diözesen sogar etwas "beneidet" werden, weil sie pastorale Arbeitsmöglichkeiten und eine menschliche Nähe bietet, die andernorts kaum noch zu finden sind. Meinen beiden Mitbrüder auf der "Münsteraner Seite", zunächst Pfarrer Gereon Beese und anschließend Pfarrer Jochen Kosmann, war diese Zusammenarbeit immer erkennbar und spürbar wichtig. Gemeinsam mit den pastoralen Gremien Pfarreirat (Bistum Münster) und Pfarrgemeinderat (Erzbistum Paderborn) konnten wir sie durch die textgleiche Erarbeitung des Pastoralplanes (Bistum Münster) bzw. der Pastoralvereinbarung (Erzbistum Paderborn) dauerhaft stärken. Ich hoffe sehr, dass dies auch zukünftig so bleibt, denn diese Kooperation bietet für das kirchliche Leben die allergünstigsten Voraussetzungen - ganz im Gegensatz zu anderen Planungen der Vergangenheit, durch die die katholische Kirche in Lippetal durch eine Anbindung von Herzfeld an Wadersloh, von Lippborg an Beckum sowie von Hovestadt, Hultrop, Oestinghausen und Schoneberg an Soest schmerzlich auseinandergerissen worden wäre!
Ich habe gern in Lippetal gearbeitet, gleichwohl aber inzwischen bereits Erzbischof Hans-Josef Becker zum 31. August 2018 den Verzicht auf meine
Pfarrstelle angeboten, den dieser inzwischen angenommen hat. Denn auf die neue mir übertragene Aufgabe freue ich mich sehr und nehme sie hochmotiviert an. Insofern bitte ich auch herzlich, dass wir uns in Lippetal den Abschied gegenseitig nicht unnötig schwer machen oder womöglich irgendeine "Schuld" bei den Verantwortlichen in Paderborn suchen. Dies ist nicht der Fall! Vielmehr sind diese Veränderungen in einem guten gemeinsamen Gespräch zum Ende des vergangenen Jahres 2017 sehr einvernehmlich vereinbart worden. Die verbleibende Zeit meiner Verantwortlichkeit in Lippetal werde ich nutzen, um Begonnenes weiterzuführen. Dies gilt insbesondere für die Begleitung der großen Gesamtrenovierung der St.-Stephanus-Kirche in Oestinghausen, die allerdings dann erst mein Nachfolger wird abschließen können. Hier und da kann es vorkommen, dass ich zukünftig auch schon vorbereitende Termine in Werl wahrnehmen muss. Das wird sich aber kaum auf meine Arbeit in Lippetal auswirken, und alle bis zum 31. August 2018 zugesagten Termine etc. gelten natürlich nach wie vor.
Mein letzter Termin am 1. September 2018 wird nach gegenwärtiger Planung die Begleitung unserer Ministrantinnen und Ministranten auf ihrem Jahresausflug sein, worüber ich mich besonders freue. Anschließend werde ich dann nach Werl wechseln und im dortigen Wallfahrtsteam unter der Leitung von Pater Ralf Preker ofm mitarbeiten, um die dortigen Aufgaben noch näher kennenzulernen und zugleich die Planung der großen Umbauarbeiten des bisherigen Werler Franziskanerklosters vor Ort zu leiten. Außerdem werde ich an verschiedenen anderen Marienwallfahrtsorten hospitieren, um auch hierdurch weiter zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.
Im Sommer 2015 durfte ich in sehr großem Rahmen hier in Lippetal mein Silbernes Priesterjubiläum feiern. Dafür bin ich allen, die dies ermöglicht haben,
noch heute sehr dankbar. Insofern wird es keine eigene größere und besondere Verabschiedungsfeier für mich geben, sondern allenfalls einen kleinen und
bescheidenen Abschied im Rahmen von „NatürlichKirche“ am Sonntag, dem 1. Juli.
Weil ich mich meiner neuen Aufgabe möglichst intensiv widmen möchte, bitte ich um Verständnis dafür, dass ich - ausgenommen meine Zugehörigkeit als
nicht residierender Domkapitular zum Metroplitankapitel des Erzbistums Paderborn sowie die Beauftragungen als Dechant des Dekanates Hellweg und
als einer der beiden Glockensachverständigen des Erzbistums Paderborn - alle anderen zusätzlichen überregionalen Tätigkeiten als Geistlicher Begleiter oder Präses etc. nach vorheriger Rücksprache mit den betroffenen Gremien, Verbänden und Gemeinschaften aufgeben werde.
Es ist im kirchlichen Leben außerdem gute Gepflogenheit, (mindestens) ein Jahr lang nicht an einen früheren Wirkungsort zurückzukehren. Auch daran
werde ich mich halten - mit den Lippetaler Passionsspielen im März und April 2019 als einziger Ausnahme.
Ich weiß, dass diese Mitteilung für manche(n) am vergangenen Sonntag ziemlich überraschend war. Hier und da ist es auch zu einer gewissen
Verstimmung gekommen, weil die „Neuigkeiten" durch die Ankündigung von Erzbischof Hans-Josef Becker in Werl dort etwas eher bekannt waren als in
Lippetal. Das bedauere ich, war aber aufgrund der gebotenen Diskretion leider anders nicht möglich. Diejenigen, die sich sehr geärgert haben oder verletzt
oder übergangen fühlten, bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung!
Auch mein Nachfolger als Pfarrer, bei dem ich die mir bisher anvertrauten Menschen gut aufgehoben weiß und dem ich für seinen Beginn und sein Wirken
in Lippetal Gottes reichen Segen und alles Gute wünsche, steht bereits fest: Es ist der Kaplan und Geheimsekretär unseres Herrn Erzbischofs, Domvikar Ulrich Liehr (geboren 1981 in Castrop-Rauxel, zum Priester geweiht 2007 in Paderborn). Mit ihm wird im Lippetaler Pastoralteam somit neben Pfarrer Jochen
Kosmann und Pater Joseph Mathew MST noch ein weiterer junger Priester tätig sein. Der Termin seiner Pfarreinführung wird baldmöglichst von allen Beteiligten beraten und festgelegt.
Allen, die mir meinen priesterlichen Dienst in Lippetal durch die Mitfeier der Gottesdienste, das Gebet und Ihre vielfältige Mitarbeit leicht gemacht haben,
danke ich von Herzen. Allen, deren Erwartungen ich nicht erfüllen konnte oder denen ich Unrecht getan habe, bitte ich um Vergebung.
Ihr Pastor Gerhard Best