"Zwischen den Jahren"

So, liebe Gemeinde, nennen wir manchmal die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr.

Ähnlich habe ich in den zurückliegenden Wochen der Sommerferien empfunden:
Irgendwie war Manches "zwischen den Jahren". Schon am 1. Juli war meine Verabschiedung als Lippetaler Pfarrer, die mir sehr gut gefallen hat und lange in Erinnerung bleiben wird. - Danke allen, die mit vorbereitet und mitgeholfen haben! Seit dem 10. Juli wohne ich nun bereits in Werl, bin aber während der Ferien "gependelt" und habe gern noch meinen Dienst in Lippetal wahrgenommen. Diese Regelung wurde getroffen, damit meine Wohnung in Oestinghausen gestrichen und Instand gesetzt werden konnte und mein Nachfolger, Domvikar Ulrich Liehr, nun passend zu seinem Dienstbeginn einziehen kann.

Somit gehört ab dem 1. September meine Verantwortung für die Pfarrei Jesus Christus Lippetal und mein seelsorgliches Wirken beiderseits der Lippe nun endgültig der Vergangenheit an. Sehr gern werde ich an die knapp fünf Jahre dort zurückdenken, an die Taufen, Trauungen und Beerdigungen, die Erstkommunionen und Firmfeiern, die werktäglichen und sonntäglichen hl. Messen und Gottesdienste - vor allem aber an die Menschen dort, ganz gleich ob noch jung an Jahren oder schon älter! Ich hätte es 2013 nicht für möglich gehalten, dass ich mich in Lippetal so wohl fühlen würde! Und der Abschied ist mir wirklich schwer gefallen. Allen danke ich für die Unterstützung und Begleitung: dem Pastoralteam auf beiden Seiten der Lippe und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Sakristeien, den Pfarrbüros und wo auch immer sonst, den Gremien in Jesus Christus Lippetal und in St. Ida in Herzfeld und Lippborg, den Repräsentanten der politischen Gemeinde Lippetal, den vielen Vereinen, Gemeinschaften, Bruderschaften, Gruppen, und und und ...
Mein Abschied macht mir auch noch einmal bewusst, dass ich ganz sicher nicht allen gerecht geworden bin, manche Erwartungen nicht erfüllen konnte und vielleicht Menschen verärgert oder sogar verletzt habe: Dafür erbitte ich herzlich deren Entschuldigung!

Meinem Nachfolger, Pfarrer Ulrich Liehr, wünsche ich einen guten Start, Gottes reichen Segen und alles erdenklich Gute. Frohen Mutes beginne ich nun meine Tätigkeit in Werl, wo ich zunächst ein Jahr lang wieder als Vikar im Pastoralteam der
Franziskaner mitarbeite, bevor ich zum 1. September 2019 die Leitung der Werler Marienwallfahrt übernehme, die ich mit einem weiteren Priester und einer Gemeindereferentin als Seelsorgeteam begleiten darf.
„Dies Haus ist mein und doch nicht mein / wird nach mir eines andern sein, / war vor mir eines andern schon / und bleibet stehn, geh ich davon, / in Gottes Hand stell ich dies Haus / und die da gehen ein und aus.“
Mit diesen Versen, liebe Schwestern und Brüder, - bezogen auf mein Pfarrhaus in Oestinghausen, aber mehr noch auf meine Gemeinde(n) in Lippetal, endete meine Predigt am vergangenen Sonntag. Für dieses Zuhause der zurückliegenden fünf Jahre und die Menschen dort bin ich sehr, sehr dankbar und erbitte Gott, wie die Verse es ausdrücken, für sie alle dort seinen reichen Segen!
Ihr ehemaliger Pastor Gerhard Best.