„Ich bin da, wo du bist“: Eröffnung der Wallfahrtszeit 2020

(jk) Den Namen eines Menschen zu kennen, heißt nicht nur, etwas Persönliches über ihn zu wissen. Es bedeutet, mein Gegenüber vertraulich ansprechen zu können. Das gilt in gleichem Maße auch für Gott: Er bleibt für uns Menschen nicht in namenloser Ferne. Im Alten Testament lesen wir, dass Gott sich Mose gegenüber im brennenden Dornbusch offenbart und dabei seinen Namen nennt. Üblicherweise wird der hebräische Gottesname in unseren Bibelausgaben übersetzt mit „Ich bin der Ich bin da“ oder „Ich bin der Ich bin“ (Ex 3,14). Das ist nicht einfach eine Aussage über einen Gott, der fern über allen Himmeln thront, sondern die Zusage Gottes, bei uns Menschen zu sein.

Weitere Informationen unter www.sanktida.de

In einer anderen Übersetzung wird der Gottesname so ins Deutsche übertragen: „Ich bin da, wo du bist.“ Dieser Satz bildet dieses Jahr das Leitwort für die Wallfahrtssaison. Er transportiert die Zusage Gottes: „Ich bin da. Ich bin da für dich – was auch immer sein mag.“ Gott ist an unserer Seite, in den frohen Stunden, aber auch und erst recht dann, wenn wir in unserem Leben schwere Erlebnisse zu tragen haben, bspw. eine Krankheit oder den Verlust eines lieben Menschen. Darauf bauen wir auch und gerade jetzt in dieser Zeit, die durch die Corona-Pandemie geprägt ist.
„Ich bin da, wo du bist!“ – Diese Erfahrung hat auch die heilige Ida machen dürfen, als sie hier in Herzfeld eine Kirche baute. In schwieriger Zeit hat sie Menschen beigestanden, die auf der Suche nach Frieden waren und um das tägliche Überleben kämpften. Mit Idas Hilfe haben diese Menschen erfahren, dass Gott an ihrer Seite ist.
In diesem Jahr haben wir einige der Veranstaltungen in der Ida-Woche im September neu gestaltet. Wir hoffen, dass dann viele der jetzt geltenden Beschränkungen weggefallen sind. Seien Sie jedenfalls gespannt – für Auswärtige und auch Einheimische lohnt es sich gewiss mehr denn je, sich auf den Weg zu machen. Eine Terminübersicht finden Sie im Wallfahrtsflyer, der demnächst ausliegen wird.
Unsere Hoffnung ist, dass alle, die als Wallfahrer nach Herzfeld kommen, diese Zusage spüren dürfen: „Ich bin da, wo du bist!“
Die Eröffnung der Wallfahrtssaison begehen wir wie jedes Jahr am Sonntag nach Kirchweih. Hartmut Niehues, Regens des Priesterseminars in Münster, feiert aus diesem Anlass an diesem Sonntag, 17.05.2020 um 10.30 Uhr in der Herzfelder Basilika einen feierlichen Gottesdienst.