„Glaubenszeichen am Wegesrand“

Es ist ein guter, alter Brauch, Häuser und Gehöfte in die Obhut von Bildstöcken oder Kreuzen zu stellen. Oder es wurden sogenannte Wegkreuze errichtet aus den verschiedensten Motiven, z. B. Erfüllung eines Gelübdes, Gedenken an Unfallopfer, Haltepunkte für Prozession, Dank für den glücklichen Ausgang einer Krankheit oder andere traurige oder frohe Anlässe. So wurden auch in gleicher Weise oft Baumgruppen um all diese Kreuze errichtet, die heute noch teilweise die Schönheit und Stimmung der Landschaft pflegen. Alle diese spirituellen Orte sollen uns Menschen, oft getrieben von der Zeit, einladen, einen Augenblick zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und unseren äußeren und inneren Blick auf Gott zu richten.


Wegekreuz des Monats Juli 2020

Bünninghausen - Wegekreuz Frerich, Bünninghauser Str. 3

 

Am Feldweg zur ehemaligen Gemeindehude (Weideplatz) hat die Familie Dr. Günther Frerich, Bünninghauser Str. 3, ein Wegekreuz aufgestellt.

 

Der Vorbesitzer, Philipp Frerich, ließ 1870 erstmalig ein Steinkreuz errichten. Bei der Aufteilung der Heide wurde der Familie Frerich (früher Stallheinrich) durch den Vermessungsrat Schoppmann der Stellplatz für die Errichtung eines Wegekreuzes zugeteilt.

 

Am Sockel ist eine Tafel mit einer Inschrift angebracht:

 

„Steh, Wanderer, still auf deinem Pilgerpfad, es grüßt dich hier des Kreuzes hehres Bild.
Lass nicht vergebens dich zum Beten laden, schau an das Antlitz schmerzvoll und doch mild.
Gottes Sohn am Kreuze trägt fremde Schuld.
Trage, Mensch, auch du dein Kreuzlein mit Geduld.“

 

Der Anstreicher und Rentner Paul Bock hat Ende der 90ziger Jahre das Kreuz renoviert und Familie Frerich hat es 2004 vollständig erneuert.


Bildstock des Monats Juni

Anepoths’s Bild – als Strahlen-Madonna

 

Der Hof Anepoth wurde schon im 17 Jh. (1659) im Lippborger Kirchenregister erwähnt. Bereits 1805 heiratete sich ein Georg Langerbein aus der Lippborger Bauerschaft Osker ein, doch blieb der Hofname Anepoth im Volksmund erhalten. Anepoth bedeutet: an den Pothen (Kuhlen) auf einem welligen Weideland (Flurnamen: Welland, Weedeland). Vor einigen Jahren ging der Hof in den Besitz der Familie Werner Hoffmeier aus Lippborg über, die den Betrieb als Rindvieh-Weidebetrieb bewirtschaftet.

 

Mitglieder der Kolpingsfamilie renovierten 2009 den Bildstock.
Adresse: Herzfelder Straße, 59510 Lippetal-Lippborg


Wegekreuz des Monats Mai

Wegekreuz Nübel in Heintrop, Bauernstraße 31

 

 

 

Das Wegekreuz der Familie Franz Theo Nübel, Bauerstraße 31, in Heintrop wurde in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts an der Kreuzung Buschstraße / Natelner Straße nach Welver aufgestellt.

 

Das sogenannte „Ebertskreuz“stand früher unter zwei Linden. Der Korpus wurde 1983 gestohlen. Eine kleine Tafel mit der Aufschrift „Von Frevlerhand entwendet“ wurde angebracht.

 

Der Hobbyschnitzer Willi Arns aus Niederbauer fertigte aus einem etwa 100 Jahre alten Eichenbalken die neue Christusfigur. Heimatfreunde aus Oestinghausen renovierten das Kreuz und die Inschrift unter der Abdeckung „Vater, in deine Hände“.

 

Unter der Anteilnahme von vielen Gläubigen segnete Pfarrer Gisbert Schickentanz am 15. April 2000 das Wegekreuz.

 

Das Kreuz ist alljährlich eine Station bei der Fronleichnamsprozession.

 

Auf dem Sockel des Kreuzes steht geschrieben:

 

„Im großen Tempel der Natur

 

siehst du des lieben Gottes Spur.

 

Doch willst du ihn noch größer sehn,

 

so bleib an seinem Kreuze stehn!

 

Errichte von den
Eheleuten Theodor Nübel
und Maria, geb. Florer

 

A.D. 1957

 


Bildstock des Monats April

 

Das Firmkreuz, Dabrock, in Lippborg

 

Das Firmkreuz am Dabrock in Lippborg ist 2006 von den Firmlingen der Kirchengemeinden Ss. Corneliuas und Cyprianus Lippborg und von St. Ida Herzfeld gebaut und in einer gemeinsamen Aktion zwischen den  Gemeinden/Dörfern – fast genau auf der Grenze – aufgestellt worden. Damit sollte das Aufeinanderzugehen der beiden Kirchengemeinde auf dem Weg zur Fusion unterstützt werden.

Am 01.01.2012 wurde die neue Pfarrgemeinde St. Ida in Herzfeld und Lippborg gegründet.


Bildstock des Monats März

 

Friedenkreuz der Familie Wilhelm Arns, Am Sandweg 3

 

Nach dem deutsch-französischen Krieg wurden 1872 das Friedenskreuz und die Friedenseiche von der Familie Wilhelm Wessel am Zufahrtsweg zum Hof aufgestellt.

Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der erste Metallkorpus entwendet und als Metallschrott verarbeitet.

Ein neuer Eichenkrpus wurde von der Firma Düchting, Soest, angefertigt.

Die Kreuzanlage wird heute liebevoll von der Familie Willi Arns gepflegt.


Bildstock des Monats Februar


Ida-Bildstock, Diestedder Straße

(zwischen Haus-Nr. 17 und 19)

Ältestes Glaubenszeugnis am Wegesrand in Herzfeld

 

Anlässlich der Jubiläumsfeier 1980 zur 1000-jährigen Heiligsprechung Idas wurde der Bildstock bei Brasse restauriert. Besonders die Familien Brasse, Schwartze und Schlütting setzten sich für den Erhalt des Heiligenhäuschens ein. Die Arbeiten führte die Firma Düchting aus Soest nach Rücksprache mit dem Denkmalamt Münster aus. Ungewöhnlich ist die farbliche Gestaltung, die aus alten Vorlagen übernommen wurde. Den größten Teil der Kosten spendeten die Anwohner der „Kirmes“, so die alte Bezeichnung der Diestedder Straße. Einen Teil übernahmen das Denkmalamt und auch der Gewerbeverein Herzfeld.

 

Bei der Restaurierung wurde der jetzige Standort gewählt; zuvor stand er zeitweise bei Brasse vor dem Haus und dann auch neben dem Haus. 2007 wurde das Heiligenhäuschen von Heinz Brasse und seinem Schwager erneut überarbeitet. Familie Brasse pflegt den Bildstock seit mindestens drei Generationen.

Heute ist der Bildstock im Besitz der Familie Tassis.

Der Bildstock wurde von Friedrich Uhle und Wilhelmine Ferie am 9. März 1771 errichtet. Auf dem Sockel steht unten:

Hoc Opus, Ida tuae laudi, ne diva patrona sperne, tibi ponunt sacro Fervore Clientes: Friederich Uhle et Wilhemina Ferie – conjuges – A 1771 – 9. März

Deutsch: Dieses Bauwerk, Ida, das du, unsere Fürsprecherin bei Gott, nicht verschmähen mögest, errichten dir zu deinem Lobe mit heiligem Eifer Friederich Uhle und Wilhelmine Ferie, Eheleute, im Jahre 1771 am 9. März.

 

Alljährlich ist hier eine Segensstation bei der Brand- und Hagelprozession (Gelöbnis nach dem Dorfbrand von 1833).