„Glaubenszeichen am Wegesrand“

Es ist ein guter, alter Brauch, Häuser und Gehöfte in die Obhut von Bildstöcken oder Kreuzen zu stellen. Oder es wurden sogenannte Wegkreuze errichtet aus den verschiedensten Motiven, z. B. Erfüllung eines Gelübdes, Gedenken an Unfallopfer, Haltepunkte für Prozession, Dank für den glücklichen Ausgang einer Krankheit oder andere traurige oder frohe Anlässe. So wurden auch in gleicher Weise oft Baumgruppen um all diese Kreuze errichtet, die heute noch teilweise die Schönheit und Stimmung der Landschaft pflegen. Alle diese spirituellen Orte sollen uns Menschen, oft getrieben von der Zeit, einladen, einen Augenblick zur Ruhe zu kommen, innezuhalten und unseren äußeren und inneren Blick auf Gott zu richten.


Bildstock des Monats Juni 2022

 

Lippborg – Wegekreuz Lohmann, genannt Brönies, Dolberger Straße, An dem Lindenquartett

 

 

 

Lippborg Wegekreuz Lohmann, gnt. Brönies, An der Herzfelder Straße

 

Die Besitzer wechselten – heute: ???, vormals Anepoth

 

Text vorne:

 

Errichtet von den Eheleuten Georg Brönies, geb. Lohmann und Elisabeth Brönies, geb. Vielhaber (*24.06.1817, Kspl. Herzfeld) im Mai 1887

 

„Aus Liebe zum sterbenden Heiland“

 

 

 

Inschrift hinten:

 

Dich liebt, oh Gott, mein ganzes Herz.

 

Und ist mir dies der grösste Schmerz.

 

Das ich erzürnt dich, höchstes Gut:

 

Ach, wasch mich rein in deinem Blut!

 

Mein Jesus Barmherzigkeit

 

100 T. Abl.

 

 

 

Kirchenbücher Lippborg St. Ida:

 

Georg Brönies, geb. Lohmann

 

* 29.06.1824

 

+ 21.05.1887 (morgens um 11:45)

 

Landstrasse Unglück (?) Lungen…….(???)

 

 

 

Elisabeth Lohmann

 

verw. Brönies - geb. Vielhaber - Stand: Witwe Brönies

 

* 24.06.1817

 

+ 07.01.1897 (6:oo Abends, ALtersschwäche)

 

 

 


Bildstock des Monats Mai 2022

 

Herzfeld – Marienbildstock Peveling, Schachtruper Weg 2

 

Am Hof der Familie Franz Peveling und seiner Frau Rita, geb. Bockey steht ein Marienbildstock. Mitten in Feld und Flur stand er früher an einem grünen Weg nach Stuckmann, errichtet von Bauer Hunke, dem früheren Hofbesitzer, in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts. Die Großeltern von Franz Peveling, Franz Peveling und seine Frau Katharina, geb. Bürenheide, kauften den Hof und übernahmen auch den Bildstock. Da er sehr baufällig war, wurde er ca. 1945 abgebrochen und am Hof neu errichtet. Die Madonna ist aus dem alten Bildstock übernommen worden.

 

Die Bepflanzung rund um den Bildstock wurde 1999 neu angelegt.

 

Das kurze Gebet auf dem Sockel lautet:

Heilige Maria, bitte für uns!

Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, hl. Gottesmutter.

Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten, sondern

errette uns jederzeit aus allen Gefahren. O, du glorwürdige

und gebenedeite Jungfrau, unsere Frau, unsere Mittlerin,

unsere Fürsprecherin. Führe uns zu deinem Sohne, empfiehl

uns deinem Sohne, stell uns vor deinem Sohne.

 

 

(Das erste Gebet zur hl. Maria, das aufgeschrieben wurde, zu Beginn des 4. Jh.)

Aus: Gottes Spuren in Häusern und Fluren, St. Ida Herzfeld

 


Bildstock des Monats April 2022

Denkmal Dieckmann-Großhundorf in Niederbauer

Im Jahre 1926 errichteten die Eheleute Wilhelm und Margret Dieckmann-Großhundorf, geb. Schulte-Uentrop, Niederbauer, Deilweg 1, nach dem Bau eines neuen Wohnhauses und anderer baulicher Verbesserungen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb als Dank dieses Denkmal.

„Herr, bleibe bei uns“.

 

In tiefer christlicher Überzeugung wählten die Erbauer den Gang der Emmaus-Jünger und deren Treffen mit Jesus von Nazareth. Aus der klugen Unterhaltung erkannten die Jünger, dass ihr Gesprächspartner Jesus war und sie sagten:

>>Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden<<.

Diesem Spruch schlossen sich die Erbauer gerne an. Nach der Fertigstellung war dieses Denkmal über Jahrzehnte eine Fronleichnamsstation der Kirchengemeinde St.-Stephanus Oestinghausen.

Die Prozession ging in all den Jahren anschließend über den Hof zur Kapelle auf dem Pingelberg, anschließend zum Schloss des Grafen von Plettenberg-Lenhausen, zur Anna-Kapelle in Nordwald und zurück zur St.-Stephanus-Kirche. Als in den 60er Jahren der gesamte Schweinebestand des Hofes von der Schweinepest befallen wurde, war gesetzlich jeder Berufs- und Personenverkehr auf dem Hof untersagt.

Die Fronleichnamsprozession durfte nur noch öffentliche Wege und Straßen benutzen.

 

Quelle: Glaubenszeichen am Wegesrand – von Felix Bierhaus und Markus Huneke

Kirchen, Kapellen, Bildstöcke und Wegekreuze, Judenfriedhöfe im Pastoralverbund Lippetal

 


Bildstock des Monats März 2022

Feldkreuz Tochtrop

 

An der Straße von Bad Sassendorf-Ostinghausen über die Schoneberger Ortsmitte weiter nach Lippetal-Hovestadt steht von zwei Winterlinden umgeben ein Kreuz, das an die frühere Bauerschaft Tochtrop und seine Kapelle, die wahrscheinlich dem Einsiedler Antonius geweiht war, erinnert. Eine mündliche Überlieferung berichtet:

Seit Jahrhunderten diente diese Kapelle den Reisenden auf der alten Straße als Gebetsstätte zum kurzen Verweilen. Die Bewohner der Bauerschaft läuteten täglich zum Engel des Herrn das Glöckchen im Turm. Auch erklang es beim Tode der Menschen von Tochtrop. Als Alarmglocke dien-
te es bei Unwetter und Überfällen von Banditen und umherstreunenden fremden Soldaten. Schlimme Räuber zerstörten die Kapelle. Als ruhelose Spukgeister kehrten die Unholde in den Vollmondnächten, besonders in den dunklen Winternächten des Jahres, an die Stätte ihrer Schandtat zurück. Verschiedentlich trieben gegen Ende des 19. Jahrhunderts einige junge Burschen als Gespenst verkleidet ihr Unwesen. Sie verängstigten damit besonders junge Schoneberger Frauen. Einen Bauern von einem Schoneberger Hof ärgerte dieses Treiben. Während der Nacht legte er sich mit einer geladenen Schrotflinte auf die Lauer. Beim Erscheinen der sogenannten Gespenster schoss er nach Anruf hinter den flüchtenden Gestalten her, ohne sie zu treffen. Seitdem hörte der Spuk auf.


In den letzten Monaten des Jahres 1988 wurden die morsch gewordenen Balken gegen ein Holzkreuz ausgetaucht. Zuvor entwendeten unbekannte Diebe den wertvollen Korpus.

 

Quelle: Glaubenszeichen am Wegesrand – von Felix Bierhaus und Markus Huneke

Kirchen, Kapellen, Bildstöcke und Wegekreuze, Judenfriedhöfe im Pastoralverbund Lippetal

 


Bildstock des Monats Februar 2022

 

Hultrop - Nordhoffs-Kreuz

 

 

 

Das Wegekreuz wurde im Jahre 1896 von den damaligen Eigentümern, den Eheleuten Strumann, errichtet. Mit Zustimmung von Pastor Wasiak wurde es von der Hauptstraße (heute B 475) an den jetzigen Standort versetzt.

 

Vom Besitzer Wilhelm Nordhoff, Hultrop, wurde nach Kriegsende ein neuer Korpus angebracht. Das Kreuz diente lange Jahre als Station für die große Fronleichnamsprozession.

 


Bildstock des Monats Dezember 2021

Hl. Joseph, Bildstock auf dem Hof Ebbinghaus, Kesseler Str. 12, Herzfeld

 

Über der Haustür der Familie Ebbinghaus wurde beim Bau des Hauses im Jahre 1898 eine Nische für die Figur des hl. Josef eingerichtet, um Gottes Segen für Haus, Hof und Familie zu erflehen.

 

Der heilige Josef ist der Patron der gesamten Kirche, der Ehepaare und christlichen Familien, der Arbeiter, Handwerker und Zimmerleute, u.v.m.. Er ist dargestellt mit dem Jesuskind auf dem linken Arm und einer Lilie in der rechten Hand.

 

Auf der Tafel unter der Statue steht geschrieben:

 St. Joseph   o. p. n.

 (ora pro nobis)

 Das bedeutet: Bitte für uns!

 Grüss Gott! Tritt ein! Bring Glück herein!

 

Erbaut von Vater Heinrich Ebbinghaus, seinem Sohn Heinrich und dessen Ehefrau Christina, geb. Keßler,

 sowie seinem Sohn Peter - Anno Dom. 1898


Kriegerehrenmal Oestinghausen November 2021

 

Auf dem Romberg, der landschaftlich höchsten Erhebung Oestinghausens, errichtete 1925 der Krieger- und Landwehrverein Oestinghausen ein Ehrenmal zur Würdigung und Erinnerung der Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkrieges aus den Dörfern Krewinkel-Wiltrop, Niederbauer und Oestinghausen.

 

Auf diesem Platz stand Jahrhunderte lang eine dem heiligen Johannes Nepomuk geweihte Kapelle. Bei einem, schrecklichen Donnerwetter im Juni 1793 zerstörte ein Blitz die Kapelle. Sie verfiel dann immer mehr und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts abgebrochen. Die Steine verwendete die hiesige Schulgemeinde zum Bau einer neuen Schule.

 

Den Entwurf zum Ehrenmal fertigte der Architekt Bernhard Northoff, Münster an. Auf Gemeindegrund unter drei alten Winterlinden errichtete der Krieger- und Landwehrverein das mächtige Kreuz mit lebensgroßem Korpus und ordnete davor Findlinge an, ähnljch einem Hünengrab. Rechts und links begrenzen den Freiraum je zwei Findlinge mit Kupferplatte, auf denen die Namen der Gefallenen und Vermissten erhaben eingeprägt sind.

 

Jedes Jahr ehrt die Schützenbruderschaft Oestinghausen, Krewinkel-Wiltrop und Niederbauer anlässlich des Schützenfestes ihre gefallenen und vermissten Mitglieder. Der gesamte Schützenzug marschiert zum Ehrenmal auf den Romberg. Nach gemeinsamem Gebet legt die Bruderschaft einen Kranz nieder.

 

Am gesetzlichen Volkstrauertag laden die Oestinghauser Vereine die heimische Bevölkerung zur Feierstunde am Ehrenmal ein. Die Versammelten gedenken der Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege, der Opfer des Nationalsozialismus sowie der Opfer von Gewaltherrschaft und Terror weltweit.

Die Nachbarn des Ehrenmals richten zu der von der Pfarrgemeinde durchgeführten Fronleichnamsprozession die erste Segensstation vor dem Kreuz ein.

Das Ehren- und Mahnmal gehört der Gemeinde Lippetal.

 

Im Buch der Psalmen stehen Worte, die in den Mund eines Gefallenen gelegt werden können:

 

Mich umfingen die Fesseln des Todes,

mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,

über mich fielen die Schlingen des Todes.

In meiner Not schrie ich zum Herrn

und schrie zu meinem Gott.

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen,

mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.

Er schoss seine Pfeile und streute sie,

er schleuderte Blitze und jagte sie dahin.

Er griff aus der Höhe herab und fasste mich,

zog mach heraus aus gewaltigen Wassern.

Er entriss mich meinen mächtigen Feinden,

die stärker waren als ich und mich hassten.

Der Herr hat gut an mir gehandelt und mir vergolten,

weil ich gerecht bin und meine Hände rein sind.

 

(Aus Psalm 18)

 

Denkmal an der Ortsdurchfahrtsstraße: Kreuz, davor Findling mit Aufschrift. Neben dem Findling sind Metalltafeln mit Namen der Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges aufgestellt. Auf den Tafeln sind die Gefallenen der Gemeinden Oestinghausen, Niederbauer und Krewinkel Wiltrop gesondert aufgelistet.

 

Auf einem Findling:
Das ist ein Mann, der sterben kann für Gott und sein Vaterland
Der Kriegerverein
Unseren Helden“

 

entnommen aus: Glaubenszeichen am Wegesrand - im Pastoralverbund Lippetal

 


Hofkreuz des Monats Oktober 2021

 

Lippborg Hofkreuz Kockerbeck, Josef, Dolberger Str. 68

 

Inschrift:

Sei getrost in jedem Leiden, klage nicht in Angst und Not.

Nimm dein Kreuz und trag es freudig,

denn das Kreuz führt dich zu Gott.

 

 

Wann das Kreuz aufgestellt wurde, ist nicht bekannt; erneuert wurde es 1908 von den Eheleuten Christian Kockerbeck und seiner Frau Katharina, geb. Bockey.

Von Familie Josef Kockerbeck ist das Kreuz im Jahre 1985 renoviert worden.

 


Bildstock des Monats September 2021

 

Hovestadt – Marienbildstock Auf dem Felde

 

 

 

Das Baugebiet „Auf dem Felde“ umfasst ein Gebiet, das mehr als 650 Jahre zu dem urkundlich schon 1173 genannten Hof Twentrop in Nordwald gehörte und bis 1803 dem Benediktinerkloster Liesborn zehntpflichtig war. 1830 verschuldete sich der Hof und wurde verkauft und abgerissen.

 

Am Hof Twentrop führte ein Weg vorbei, der bis heute zum Teil erhalten ist. An diesem Weg stand ein Bildstock aus Naturstein, in dem vermutlich ein Bild der Gottesmutter stand. Das auf dem westlich vom Weg gelegene Grundstück wird auch heute noch „Muttergottesacker“ genannt.

 

Der alte Bildstock ist um die Mitte des 19. Jahrhunderts durch einen aus Ziegelsteinen erbauten mit einem Sandsteinsockel ersetzt worden. Bei den im Herbst 1995 begonnenen Erschließungsmaßnahmen wurde die am Bildstock stehende knorrige Hainbuche beseitigt, die mehr als 100 Jahre mit ihren weitausladenden Ästen ein schirmendes Dach für den Bildstock war. 1996 wurde der Bildstock beseitigt.

 

Ein neuer Bildstock wurde von der Schützenbruderschaft St.-Albertus-Magnus 1998 errichtet. Die Familie Hütter hat aus dem Nachlass der Familie Dr. Hiltermann eine Muttergottes-Statue für den Bildstock gestiftet. Der neue Bildstock wurde am 15. November 1998 eingeweiht und die Muttergottes-Statue eingesetzt.

 


Bildstock des Monats August 2021

 

Jubiläumsbogen in Lippborg an der Kirche

 

Zum 800jährigen Jubiläum, dass die Gemeinde Lippborg 1989 feiern konnte, wurde 1990 der Jubiläumsbogen von dem Künstler Werner Klenk aus Oelde-Sünninghausen entworfen. Aus dem Überschuss der Einnahmen ist das Kunstwerk finanziert und auf dem alten Friedhof an der Kirche aufgestellt worden.

 

Mit der Gestaltung hat Klenk symbolisch einen Bogen gespannt von 1189 bis 1989; dargestellt wird das Leben der Menschen in dieser Zeitspanne.

 

 

 

Das Alltagsleben:
Landwirtschaft (Schwein, Sämann, Kuh),

Kirmes (Frau bietet ihre Ware an, tanzendes Paar),

Handwerk (Schmied),

Kriege und Elend (Kanone)

Das christliche Leben: Die 3 Heiligen:

Pabst Cornelius mit dem Horn, Bischof Cyprianus mit der Mitra und Ludgerus mit der Kirche, dem ersten Bischof des Bistums Münster.

 Sie sind groß dargestellt und stehen fest auf der Querstrebe, weil der Glaube für uns und unsere Vorfahren lebensprägend ist und war.

 


Bildstock des Monats Juni 2021

Johannes Nepomuk am Schloss Hovestadt

 

Johannes wurde im Jahr 1350 geboren und stammt aus Nepomuk in Böhmen in der heutigen Tschechischen Republik. Er studierte in Prag und war seit 1370 dort Kleriker und später Generalvikar des Erzbischofs von Prag. In den Auseinandersetzungen zwischen König und Erzbischof wurde Johannes von König Wenzel am 20. März 1393 gefangengenommen, gefoltert und sterbend oder schon tot in die Moldau geworfen. Später wurde er im Veitsdom in Prag beigesetzt und 1729 von Papst Benedikt XIII. heiliggesprochen. Sein Grab war schon früh Mittelpunkt der Verehrung als Märtyrer. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts verbreitete sich sein Kult über Böhmen, Österreich und Deutschland bis zum Rhein hin. Der Gedenktag des heiligen Johannes Nepomuk ist der 16. Mai. Der Heilige wird dargestellt in Chorherrenkleidung mit Kruzifix, Palme Kranz mit fünf Sternen. Sein Standbild befindet sich auf zahlreichen Brücken, besonders bei Schlössern.

 

Nach alter Tradition steht der heilige Johannes Nepomuk auch auf der Schlossbrücke in Hovestadt, um hier sein angestammtes Wächteramt wahrzunehmen.

 

Nepomuk gilt als Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses.

Der Kopf der Statue wurde im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört und von dem Bildhauer Bernhard Graf von Plettenberg erneuert.

Text aus: Glaubenszeiche am Wegesrand im Pastoralverbund Lippetal

Eine weitere Johannes Nepomuk-Statue steht an der alten Middelburg, dem heutigen Hof von Familie Wilhelms, Kesselerstr. 3 in Herzfeld.

 

 


Bildstock des Monats Mai 2021

 

Herzfeld - Marienbildstock der Familie Kerkhoff

Schachtrup, Diestedder Straße 81

 

Dieser Bildstock ist eine Mariendarstellung. Er ist ein Relief und zeigt Maria im Strahlenkranz als Königin mit einem Zepter in der rechten Hand und Jesus auf dem Schoß, auf einer Wolke thronend.

Eingerahmt wird das Relief von zwei Säulen mit Kapitellen, die mit Engelsgesichtern und Schneckenornamenten verziert sind, darüber ein Bogen. Wann das Werk entstanden ist, ist unbekannt, es ist vielleicht aus der Zeit der Renaissance (evtl. 18. Jahrhundert). Die Verzierungen des Reliefs weisen darauf hin.

Besitzer des Hofes von Wilhelm und Ida Kerkhoff geb. Hemmis wird im 18. Jahrhundert Kaufmann Joannes Bernadus Kirchhoff (geb. 1770) und seine Frau Anna Elisabeth geb. Kuckuck (geb. 1719). Er stammte von Kirchhoff in Rassenhövel, später Besitzer war Knepper, ehemals Gasthof Nordhaus (heute Familie Ruven Kraes). Sie betrieben einen Eisenwarenhandel und verkauften u. a. Öfen. Herde und Fenster in einem größeren Umkreis. Zu der Zeit könnte der Marienbildstock aufgestellt worden sein.

Der Name Kirchhoff ist durch die plattdeutsche Sprache zu ,,Kerkhoff" geworden.

Bevor in den siebziger Jahren die Diestedder Straße ausgebaut wurde, stand der Bildstock ca. 50 m weiter südlich versteckt in einer Hecke gegenüber dem Haus von Belke.

 

Gebet

 

Maria, du bist die Himmelskönigin,

unseres Gottes Gebärerin;

du bist des Schöpfers Ruhm und Zier,

du bist des Paradieses Tür,

du bist des Höchsten Freud und Leben,

ein Tempel der Dreifaltigkeit;

durch dich wird uns Barmherzigkeit

von Gott erzeugt und gegeben.

 

Angelus SiLesius (1624 - 1677)

 

Aus: Gottes Spuren in Häusern und Fluren – S. 58

 


Bildstock des Monats April 2021

 

Kreuzigungskapelle auf dem Friedhof in Oestinghausen

 

Die Geburtsstunde der heutigen Kreuzigungskapelle liegt im vorigen Jahrhundert. Als der Friedhof 1835 seiner Bestimmung übergeben wurde, war in der Mitte der Fläche eine Kreuzigungsszene mit zwei Steinfiguren aufgestellt. Zu dieser Zeit wurde der Ort mit dem Kreuz und den Figuren der Maria und des Johannes >>Kalvarienberg<< genannt. Im Laufe der Zeit wurden zwei weitere Figuren gestiftet: Der Hauptmann und Maria Magdalena. Im Gegensatz zu den vorhandenen Steinfiguren waren die gestifteten Figuren aus Holz gefertigt. Eine Bürgerinitiative überdachte diese Figurengruppe später mit einem festen Bau. Der Bau mit fast quadratischer Grundfläche öffnet sich nach Süden mit einem großen Torbogen. Auf einem Sockel steigen die Wände auf, Lisenen gliedern die äußeren Wandflächen, die mit einem flachen Pyramidendach abgeschlossen werden. Den Fußboden bilden große Tennenplatten.

 

Im Jahre 1920 beschloss die Kirchengemeinde, die Kapelle zur Gedächtnisstätte die Gefallenen der Kriegsjahre 1914/1918 umzuwidmen. Der Metallkünstler Hugo Bürger fertigte zwei Metalltafeln an, in die er die Namen der Gefallenen Kirchspielorte und an den Tafelrändern mit Zierwerk schmückend erhaben einprägte. Die Tafeln hängen rechts und links an den Seitenwänden.

 

1921 malte der Dombaumeister Matern aus Paderborn die Kapelle innen mit Ranken- und Blumenmotiven aus. Diese Ausmalungen wurden in folgenden Jahren mehrmals wieder überstrichen und erst bei den letzten Renovierungsarbeiten wiedergefunden. Im Nachlass des Metallkünstlers Bürger wurde ein Foto entdeckt, das die von ihm geschaffenen Metalltafeln vor einem mit Blumen und Ranken bemalten Hintergrund zeigt. Durch Abtragen der verschiedenen Farbschichten konnte der ehemalige Hintergrund stellenweise freigelegt werden. Eine gut erhaltene Fläche der Ausmalungen des Dombaumeisters haben die Restauratoren in einem Fenster sichtbar erhalten.

 

Nachdem der Krieger- und Landwehrverein Oestinghausen 1925 eine Gedächtnisstätte auf dem Romberg einweihte, dient die Kapelle jetzt zur stillen Betrachtung und zum Gebet. Sie steht unter Denkmalschutz.

 

Text aus: Glaubenszeichen am Wegesrand im Pfarrverbund Jesus Christus Lippetal

 


Wegekreuz des Monats März 2021

 

Lippborg Hofkreuz Tentrop, Löchtenknapp 7

 

Einweihung des restaurierten Hofkreuzes

 

Nun erstrahlt das neue Hofkreuz an der Hofeinfahrt in neuem Glanz. Dieses wurde in den Jahren 1947/48 von dem damaligen Hausherrn aus Dankbarkeit errichtet, weil er aus gesundheitlichen Gründen nicht in den zweiten Weltkrieg musste.

Leider ließ die Zeit ihre Spuren an dem Denkmal zurück. So hatte der Korpus des Jesus die Jahre nicht unbeschadet überstanden.

Die Familie nahm den runden Geburtstag von Johannes Tentrop zum Anlass, ihm einen neuen Korpus sowie eine neue Inschrifttafel für das Hofkreuz zu schenken.

Die Jesus-Statue wurde von Herrn Arns aus Niederbauer in Handarbeit aus Eichenholz gefertig

Das renovierte Hofkreuz mit dem „neuen Jesus“ erinnert nun weiterhin an die Dankbarkeit des damaligen Hofherrn.

Bei einer kleinen Andacht am 22. September 2018 wurde das Hofkreuz feierlich im Rahmen einer Familienfeier eingeweiht.

Unser Dank gilt der Pfarrgemeinde und Pater Harald Volk, Haus Assen, der die Einweihungsfeier übernahm.

Cornelia Röggener, Lippborg

 


Wegekreuz des Monats Februar 2021

Wegekreuz Sauermann, Bröckstraße, Hultrop

 

Der schon über 15 Jahren alte Gedanke, ein Wegekreuz zu errichten, ist im Jahr 2010 vom Erbauer Franz F. Sauermann Wirklichkeit geworden.

 

Am 22. Juni 2010 wurde das Kreuz in der Bröckstraße „am Lärger Eck“ aufgestellt und am 10. Oktober 2010 von Pfarrer Horst Klabes (+2013) eingesegnet. Die Einweihungsworte des Pfarrers drücken gleichzeitig auch die Gedanken des Ehepaares Franz und Monika Sauermann an alle vorübergehenden Menschen aus.

 

 

„Stärke alle Menschen, die dieses Kreuz ehren im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe.

Lass alle, die hier vorübergegen, im Schutz des gekreuzigten Erlösers geborgen sein.“

 


Hofkreuz des Monats Januar 2021

 

Schoneberg - Hofkreuz Pöpsel, Schoneberger Straße

 

Das Kreuz Pöpsel steht neben dem Kapellengrundstück an der Schoneberger Straße. Besitzer ist Familie Wilhelm Pöpsel, deren Hof in der Nähe liegt.

 

 

 

Es wurde zur Erinnerung an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen vier Söhne der Familie Pöpsel errichtet.

Ihre Namen sind auf dem Stein vor dem Kreuz verzeichnet: Alfons 4. April 1944 – Heinrich 23. Juni 1944 –

Theodor 20. August 1944 und Josef †3. November 1944.

 

 

Das Kreuz dokumentiert das Leid der Familie Pöpsel während des zweiten Weltkrieges.

 

Der Prophet Jesaja schreibt in seinem Buch über den Krieg:

 

Gott zeige uns seine Wege,
auf seinen Pfaden wollen wir gehen.
Denn von von Zion kommt die Weisung des Herrn,
aus Jerusalem sein Wort.
Er spricht Recht im Streit der Völker,
er weist viele Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern
und Winzermesser aus ihren Lanzen.
Man zieht nicht mehr das Schwert,
Volk gegen Volk,
und übt nicht mehr für den Krieg.
(Jes 2,3-4)
Aus: Glaubenzeichen am Wegesrand im Pastoralverbund Lippetal

 

 


Hofkreuz des Monats Dezember 2020

Hofkreuz der Familie Möllenhoff

 Heckentruper Straße 4, Herzfeld

 

Das Steinkreuz baute im Jahre 1919 Frau Gertrud Möllenhoff geb. Jockenhövel zusammen mit den Kindern anläßlich der Hochzeit ihres Sohnes Heinrich mit Ida Renner. Die Vermählung war am 19. April 1920.

Die Buchstaben I N R I sind auf einer kleinen weißen Tafel eingraviert.

Auf dem Sockel ist zu lesen:

  „Mein Jesus Barmherzigkeit!“

 Gebaut 1919 von Familie Möllenhoff

 

Aus Anlass der Diamantenen Hochzeit von Ewald und Irmgard Möllenhoff, geb. Hanhoff, und zum 100jährigen Jubiläum des Hofkreuzes hat das Ehepaar 2019 eine Broschüre verfasst, in der auch die Hofgeschichte mit aufgenommen worden ist.

In der wechselvollen Geschichte war das Kreuz jahrelang eine der vier Stationen bei der Fronleichnamsprozession.

Ein besonderes Ereignis war sicherlich auch, als im Jahre 1996 anlässlich einer Fußwallfahrt durch das Bistum Münster von Gronau nach Herzfeld Bischof Dr. Reinhard Lettmann hier mit seiner Gruppe eine Pause einlegte. Nach einem Gebet, einigen Gesprächen und gestärkt mit „Ida-Wasser“ ging es dann weiter zur Hl. Ida.

Den 2. Weltkrieg hat das Kreuz unbeschadet überstanden, aber Vandalismus und Schäden durch Frost und Hitze, Eis, Schnee und Regen und vor allem Stürme (z.B. Kyrill am 18. Januar 2007) nagten an dem Hofkreuz.

Im Juli 2008 wurde das Kreuz stark beschädigt, aber die Täter wurden nie gefasst. Der Korpus war monatelang verschwunden und wie durch ein Wunder tauchte der Korpus in Sünninghausen wieder auf – allerdings ohne Beine.

Zur Goldenen Hochzeit im Jahr 2009 war es wieder repariert und wurde von Pastor Rolf Lohmann gesegnet



Bildstock der Monats November 2020

Bildstock Wortmann-Kapelle, Lippborg, Herzfelder Straße

 

Die Kapelle wurde im Jahre 1874 vom Grafen Matthias von Galen als Segensstation der Fronleichnamsprozession errichtet.

 

 

Bei der Flurbereinigung 1956/57 ging dieses offene Heiligenhaus in den Besitz der Familie Wortmann über.

 

Die nach Westen offene Kapelle wurde 2000 von Helfern der Kolpingsfamilie und der freiwilligen Feuerwehr Lippborg von außen und innen gesäubert und instandgesetzt. 

 

Am 15. Mai 2001 wurde die Kapelle von Pastor Dreymann im Rahmen einer feierlichen Maiandacht gesegnet.

 


Kreuz des Monats Oktober 2020

Kreuz in der Friedlandsiedlung, Stettiner Weg

 

Das Kreuz aus grünem Anröchter Sandstein steht inmitten der Siedlung, in der viele Heimatvertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Zuhause fanden. Es wurde von den Anwohnern im Jahre 1983 gebaut, die Initiative ging von Frau Gertrud Mletzko aus. Besonders Familie Günter Motzko setzte sich für dieses Glaubenszeichen am Wegesrand ein. Herr Motzko übernahm die Planung und Organisation der Durchführung. Die Steine holte er sich aus einem Anröchter Steinbruch. Der Korpus wurde bei einem süddeutschen Künstler gekauft.

 

Fast alle Bewohner der Friedlandsiedlung packten tatkräftig mit an, so daß am Sonntag, dem 15. Mai 1983, nach dem Hochamt die Segnung des neuen Kreuzes durch Pfarrer Clemens Hillmann stattfinden konnte. Der Männergesangverein und der Frauenchor sowie die Ansprache von Herrn Bernhard Lübbers gaben der Feier einen festlichen Rahmen.

Dieses Kreuz steht stellvertretend für all die Kreuze, die die Familien in ihrer alten Heimat zurücklassen mußten und die sie auf dem beschwerlichen Weg der Vertreibung haben tragen müssen.

Über dem Korpus sind die Buchstaben  I N R I angebracht.

Auf der Platte des Sockels sind die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium (14,6) geschrieben:

 

 

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

 

1983

 

 


Bildstock des Monats September 2020

Hovestadt – Ida-Statue im Althof

 

Am 4. September ist der Namenstag von Ida und ihr Todestag im Jahre 825.

 

Traditionell ist dann alljährlich die Ida-Woche in Herzfeld und am Wallfahrtssonntag versammeln sich an der Ida-Statue im Althof am Schlosspark von Schloss Hovestadt die Wallfahrer aus Ostinghausen, die den kleinen Ida-Schrein mitbringen, Bettinghausen, Schoneberg und Hovestadt, um weiter nach Herzfeld zu ziehen.

 

Die steinerne Ida-Statue wurde im Jahre 1953 von dem Bildhauer Graf Bernhard von Plettenberg (1903 - 1987) geschaffen; er ist ein Onkel von Friedrich-August Graf von Plettenberg.

 

Nach dem Krieg lebte und arbeitete von Plettenberg in Lohe bei Lippstadt.

 

 

 


Wegekreuz des Monats August 2020

Hovestadt – Hiltermanns Kreuz – Versöhnungskreuz

 

Hiltermanns Kreuz in Hovestadt an der Nordwalder Straße 6 steht auf dem Grundstück von Franz Thiemann. Nach dem Kauf des Grundstückes 1950-52 versetzte man es um einige Meter nach rechts. Der Kreuzbalken aus Eiche wurde von Franz Thiemann erneuert, der Korpus aus Metall ist erhalten geblieben.

 

Das Kreuz wird auch als Versöhnungskreuz bezeichnet:

 

Dr. Hiltermann und Franz Gödde hatten sich um ein Wegerecht gestritten. Die vorderen Grundstücke an der Nordwalder Straße gehörten Dr. Hiltermann, das dahinter liegende Gelände Franz Gödde. Bei einem Treffen machte Franz Gödde den Vorschlag, den Streit beizulegen mit der Auflage, Dr. Hiltermann solle an dieser Stelle ein Wegekreuz errichten. So entstand Hiltermann Kreuz.

 


Wegekreuz des Monats Juli 2020